Löschgruppenfahrzeug LF 10-6

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Am 24. Mai 2004 konnten wir unser Löschgruppenfahrzeug vom Typ LF10/6 bei der Feuerwehrgerätefabrik Ziegler in Giengen/ Brenz abholen. Als Basis wurde ein Single-bereiftes MAN-Allrad-Fahrgestell mit 220 PS-Maschine verwendet.

Gegenüber der feuerwehrtechnischen Normausstattung weist das Fahrzeug einige interessante Besonderheiten auf. So konnte zum Beispiel der mitgeführte Löschwasservorrat von 600 auf 1000 Liter erhöht werden. Außerdem verfügt das Fahrzeug über einen fest eingebauten Tank für 100 Liter Schaummittel. Auf Wunsch kann das Schaummittel mit Hilfe einer speziellen Pumpe direkt in den Löschwasserstrom eingemischt werden. Dabei kann es entweder als reines Netzmittel zugegeben und über ein normales Strahlrohr abgegeben werden oder über ein Schaumrohr zur Schaumerzeugung verwendet werden. Als eigentliche technische Innovation ist das Fahrzeug mit einer CAFS-Löschanlage ausgestattet. CAFS steht für Compressed Air Foam System (= komprimierter Luftschaum). Bei diesem Verfahren wird dem Schaummittel-Wasser-Gemisch mit Hilfe eines Kompressors Luft zugeführt. Die Abgabe des Schaums erfolgt mit handelsüblichen Hohlstrahlrohren. Diese Vorgehensweise ermöglicht nicht nur eine verbesserte Haftfähigkeit des Schaums, sondern auch einen schnelleren Löscheffekt. Außerdem kann die benötigte Wassermenge zum Löschen eines Brandes etwa um den Faktor 7 reduziert werden. Erstmalig wird diese zukunftsweisende Technik in Nordrhein-Westfalen bei einer freiwilligen Feuerwehr eingesetzt.

Zur Rettung von Personen, aber auch zum Eigenschutz der eingesetzten Kräfte stehen sechs umluftunabhängige Atemschutzgeräte zur Verfügung. Zwei Geräte sind in der Mannschaftskabine untergebracht und können bereits während der Anfahrt angelegt werden. Zur Betreuung von verletzten Personen stehen ein gut ausgestatteter Rettungsrucksack, eine Krankentrage sowie eine Schaufeltrage zur Verfügung.

Da das Fahrzeug bei größeren Hilfeleistungseinsätzen im festen Verbund mit dem am Standort vorhandenen Rüstwagen ausrückt, konnte auf eine umfangreiche technische Spezialbeladung verzichtet werden. Dennoch wurde darauf geachtet, dass das Fahrzeug in Situationen mit vielen kleineren Einsatzstellen autark arbeiten kann. So werden beispielsweise zum Beseitigen von Sturmschäden eine Motorsäge und ein 16-Kn-Greifzug mitgeführt. Zur Abarbeitung von Hochwasserschäden sind zwei Tauchpumpen, die insgesamt eine Leistung von 1200 Liter/Minute haben, verlastet. Zur Ausleuchtung der Einsatzstelle stehen ein Lichtmast und eine Beleuchtungsgarnitur zur Verfügung, die mit Hilfe des mitgeführten 13 kVA-Stromerzeugers betrieben werden können. Ein Schornsteinfeger-Geschirr und weitere kleinere Werkzeuge vervollständigen die Beladung.

 

Funkrufname: Florian Berga 8 / 42/ 3
Indienststellung: 2004
Zweck: Fahrzeug zur Brandbekämpfung und technischen Hilfeleistung
Besatzung: Gruppe 1/8 = 9Mann
Fahrgestell: MAN LE10.220
Zul. Ges. Gewicht: 10 Tonnen
Motorleistung: 220 PS
Tankinhalte: 1000 Liter Wasser;
100 Liter Schaummittel
Löschanlage: FP 10/8 (mindestens 1000 Liter/ Minute bei 8 bar) mit Ziegler CAFS-Druckluft-Schaum-Anlage Power Foam Basic NA
Aufbau: Fa. Ziegler
Besonderheiten des Fahrzeugs:

- CAFS Druckluft-Schaum-Anlage
- Rettungsrucksack und Schaufeltrage zur Unterstützung des Rettungsdienstes
- 4-teilige Steckleiter (Rettungshöhe 2.Stock)
- 3 Schlauchtragekörbe für C-Schläuche
- 2 Atemschutzgeräte im Mannschaftsraum
- 4 Atemschutzgeräte im Aufbau
- Schallgedämpfter Stromerzeuger 13 kVA
- 2 Scheinwerfer à 1000 W mit Stativ
- Greifzug 16 Kn Zugkraft mit Zubehör
- 3 Tauchpumpen (2x200 und 800 Liter/ Min)
- Motorsäge mit Zubehör
- Schornsteinfegerwerkzeug
- spezielle Hitzeschutzkleidung
- div. Werkzeugkoffer (Elektro, Rohrbruch, etc.)

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